Während meines Aufenthaltes in Jaffa ließ sich die Witterung im Ganzen milde an. Viele Leute gingen barfuß; andere badeten sich im Meere. Das Bedürfniß des Heizens machte sich nicht fühlbar. Die Regentage waren, nach dem Gefühle zu urtheilen, nicht kälter, als bei uns manche des Sommers, und zudem nicht so eigentliche, wie die unserigen zu sein pflegen. Nach kurzem Regen oder Schauer blickte die Sonne zwischen den Wolkenklößen freundlich hervor. Bei dieser veränderlichen Witterung wechselte fast jeden Tag das Schauspiel des Sonnenscheins und Regens; bloß an einem einzigen Tage war die Sonne vom Gewölke allenthalben verhüllt. Zur Seltenheit sollen Schneeflocken fallen. Ich sah reichlich schloßen.

Die Regenzeit dieses Landes ist unsere Schneezeit, die Zeit der Regenlosigkeit unsere Regenzeit. Gott gab uns also zwei Dinge mehr, im Sommer den Regen und im Winter den Schnee.

Zur Zeit der Regenlosigkeit wird das Erdreich ungemein trocken, und klafft an vielen Stellen breit und tief von einander. Die Pflanzenwelt verliert dann das fröhliche Aussehen, welches ihr die Regenzeit, der eigentliche Frühling, verleiht. Diese Zeit beginnt Ende Wintermonats, dauert über den Christmonat und Jenner, und der Hornung mag etwa vier bis fünf Regentage zählen.

Der Meeressturm und der Schiffbruch.

Nun aber hatte Joppe von Natur aus keinen Hafen und keine Anfurt; denn das Ufer war hoch und gähe, auch beiderseits mit krummen und rauhen Felsen, daran das Meer heftig schlägt und brauset, wohl verwahret.

Flavius Josephus.

Zu beiden Seiten der Stadt Joppe liegen große Steine und Felsen, die aus dem Meere hervorgucken. Die Lage des Ortes und die Gestalt der Sachen zeigen an, daß Andromeda hier gewesen und dem Wallfische sei vorgeworfen worden, wie die alten Fabeln glaubwürdig sagen. Wenn der Nordwind gegen das Ufer geht, so treibt er das Wasser über sich, und schlägt es an die Felsen, daß es ein groß Getöse gibt, und daß das Meer davon gar ungestüm wird, wenn die Wasserwellen zurückfallen. Daher ist es viel gefährlicher am selbigen Orte als in den Wüsten.

Egesippus.

Vor meinem Fenster tauchen Klippen aus dem Meere. Schäumend brechen sich die Wellen an den Felsen, selbst bei anscheinender Meeresstille.

In der Nacht des 28. Christmondes weckte mich so lauter Donner, daß der Blitz in der Nähe niedergezuckt sein muß. Den Donner begleitete ein Chor von Geheul der erzürnten See. Wenn die Wogen über die Wehrmauer platschten, bebte unser Gotteshaus. Ich konnte den Schlaf nicht leicht wieder finden.