Zuweilen begegnete sie Lydias gutem Lächeln.

»Aber ich will nun zum Vater,« sagte Esther.

Ach richtig, der Vater! Ihn hatte man ja ganz vergessen.

»Mein liebes Kind – mein liebes Kind,« sagte der alte Franzenius immer wieder und schüttelte seiner Tochter die Hand.

»Vater –« Esther sprach es ganz leise, gleichsam, wie um sich zu erinnern.

»Wie geht es dir denn, mein liebes Kind?« Er besann sich sehr, um etwas zu reden. Eigentlich gab es ja gar nichts zwischen ihnen, was sie sich mitteilen mußten. Sie hatten eben nur immer nebeneinander hergelebt und nur das besprochen, was der Alltag mit sich führte. –

Und dann saßen sie alle zusammen um den großen runden Tisch. Und Lydia hatte die Theemaschine vor sich und sah sehr hausmütterlich aus. Alle behandelten sie mit sehr viel Respekt und zugleich mit einer Art, als ob sie ganz schrecklich abhängig von ihr wären.

Lydia hatte Würde bekommen.

Es lag etwas Zufriedenes, Beglücktes über einem jeden von ihnen. Esther fühlte, hier war sie nicht entbehrt worden.