Am nächsten Tag ging sie mit Maria durch den Garten.
Maria ließ die knospenschweren Zweige durch ihre Finger gleiten. »Bald werden wir Blüten haben,« sagte sie. »Und auch heiraten können wir dann.«
Esther traf es so tief und schneidend. Sie hätte sich aufbäumen mögen, wie ein verwundetes Tier.
Sie blieb vor Maria stehen.
»Hör' mich, Maria, ich muß dir etwas sagen –«
Maria sah ihr ruhig und unschuldig ins Gesicht.
Nun mußte sie der Schwester gestehen, daß sie gekommen war, um ihr den Geliebten zu nehmen. Ja, das mußte sie jetzt, damit es ehrlich war, zwischen ihnen.
»Hör' mich, Maria, ich muß dir etwas sagen,« wiederholte sie zögernd.
Und dann zitterte ihr Blick fort von den klaren, fragenden Augen der andern – und sie ging wortlos weiter.
»Was war es, das du mir sagen wolltest?« fragte Maria neben ihr hinschreitend.