Wie war es doch? War sie nicht gekommen, um dieser da das Glück zu rauben?

Das alles lag so fern.

Sie fühlte sich auf eine neue, feinere Art eins mit ihnen allen. Das tödliche Begehren schwieg.

»Wie schön, daß Sie gekommen sind, Esther,« sagte Lothar.

Esther fühlte etwas Fremdes an ihm – vielleicht, daß seine Freudigkeit leichter, harmloser als früher war. Er hatte ja auch im Glück gelebt.

»Ja, wir wollen es jetzt gut miteinander haben – und nie wieder gehst du fort, Schwesterlein, ja? Versprich uns das!«

Und Maria hob sich ein wenig auf die Fußspitzen, während ihre Hände auf Esthers Schultern ruhten. So waren sie gleich groß, daß sich die Gesichter gegenüberstanden. Maria lächelte zärtlich.

»Wenn du wüßtest, wie glücklich ich bin, wieder hier zu sein,« sagte Esther.

»Ja – nicht wahr? Ich habe nie begreifen können, daß du fort mochtest.«

Nun mußte Esther erzählen. Sie wunderte sich selbst, wenn sie so leicht über die vielen Kleinigkeiten reden konnte, die teils aus einem allzubedeutungsvollen Leben stammten, teils aus jener toten Zeit, wo alles Äußerliche an ihr vorüberging, wie ein gelesenes Wort, das nicht zum Herzen dringt.