Maria war es, die zuerst sagte: »Es wird spät, wir müssen heim.«

Und wie sie wieder den Weg hinabgingen, schmerzte es Esther gar nicht mehr, daß Lothar und Maria sich an der Hand hielten wie Menschen, die allein für einander bestimmt sind.

XVII

Die Schwermut des Verblühens lag über dem Land.

Im Garten beugten sich die Lilien, die Reseda wucherte in den Rosenbeeten, und das Grün der Blätter vertiefte sich.

Ein schwerer Duft rang sich aus der Erde los, und die Schatten waren sehr dunkel. –

In dieser Zeit traf es sich einmal, daß Esther mit Lothar allein war.

Sie gingen nebeneinander den Kiesweg auf und ab, der ganz unten im Garten an der Ligusterhecke entlang führte.

Und Esther fühlte die Zeit verrinnen, als sei sie kostbar wie das Wasser, das der Durstende in der hohlen Hand geschöpft, und das nun Tropfen um Tropfen zwischen den Fingern hindurchgleitet.

Endlich sagte Lothar: »Sie muß bald kommen.« Er dachte an Maria.