Seine Augen irrten dabei zu Esther. Die errötete tief, als trüge sie eine Schuld. Sie verließ das Zimmer.


Gegen Abend kam der Postbote vorbei und brachte einen Brief für Esther.

Sie fühlte ihr Herz zusammenzucken und stille stehen, wie sie die Aufschrift sah. Es war die Schrift Adam Rudes.

Sie riß den Umschlag auf und las:

»Du brauchst nicht mehr zu kommen. Eliza ist tot, und der dies schreibt, lebt nicht mehr, wenn Du seinen Brief erhältst.

Ich weiß es: Gott nimmt mir mit dem Kind die letzte Pflicht, mit dieser unseligen Liebe weiterzuleben. Das Meer soll mich aufnehmen.« –

Ganz so – ohne Anrede und Unterschrift stand es da. Wie ein zorniger Ruf – wie eine Anklage?

Esther drehte den Bogen hin und her, als müßte sich noch etwas ganz anderes – irgend eine Aufklärung finden.

Erst dann begriff sie ganz: Sie hielt ja die letzten Worte eines Toten in der Hand. –