Auf der Treppe traf sie noch einmal mit Arne zusammen. Er sagte nichts – nahm nur ihre Hände und küßte sie.
Und sie ließ ihm die Hände. Gab sie ihm wie einen Trunk und schaute zu. – Und sie fühlte seine Liebe kommen. Und seine Liebe trat bis heran zu ihrem Herzen.
Und es war wie ein stiller, seliger Trost in ihr: nicht mehr allein – endlich nicht mehr allein sein – – – –
Dann zog sie leise die warmgeküßten Hände zu sich.
Und seine frohe, junge Stimme kam ihr noch einmal im Gutenachtgruß nach.
V
Am nächsten Morgen kam Esther früher als die andern Hausbewohner ins Eßzimmer herunter. Erst stand sie ein wenig am Fenster und sah in den Garten. Dort, wo sich einst Camille de Rohan in der Sonne wiegte, graste jetzt der Wind am welken Laub der Beete. Ja, eingedrungen war der Sturm in den stillen Garten und hastete suchend um das Haus.
Esther blickte fremd auf die beginnende Zerstörung. Sie fühlte nur das Geborgensein.
Dann trat sie vom Fenster zurück, ging langsam durch das Zimmer. Immer noch schien niemand außer ihr aufgestanden zu sein.
Sie wollte aber so gern mit irgend jemand reden – gleichgültig was und mit wem. So eine Unruhe war in ihr. Vielleicht war die alte Karen in der Küche! –