»Sie fand es schön. Sie sagte nicht viel, aber ich sah es an ihrem Gesicht.

Aber etwas anderes hat sie gesagt. Wir sprachen von meinen andern Sachen, und sie hat alles gelesen. Und da sagte sie: ›Ich bin gewiß ein schlechter Kritiker – aber mir gefällt alles so unmäßig, was Sie schreiben‹.«

Er saß eine Weile ganz ruhig und sah vor sich hin. Dann redete er plötzlich wie aus einem Traum, und seine Stimme hatte einen gebrochenen Ton. »Ist das nicht das Zeichen, daß sie mich ganz verstanden hat,« sagte er, »daß sie es ist, die mich so ganz versteht –«

Esther erhob sich und trat dicht zu ihm hin. In ihr war eine eigentümliche, fast unpersönliche Liebe.

»Du mußt zu ihr gehen,« sagte sie. »Ihr gehört zusammen.«

Er sah sie an. Es war, als könnte er nicht verstehen, als fühlte er nur hinter einem Verstehen das Entsetzen dämmern.

»Was – was sagst du da?

Ja, ist es denn, daß du mich nicht mehr willst? Schickst du mich denn fort?«

Und plötzlich kniete er vor ihr, und seine Arme schlangen sich zuckend um ihren Körper. »Geh nicht fort von mir! Geh nicht! – Ich kann nicht ohne dich leben!«

Sie war ganz ratlos. Alles schien ihr plötzlich unverständlich. Sie fühlte nur immer seine Küsse auf ihren Händen – und dann auf dem Mund –