Und unter diesen Küssen wurde sie so seltsam kühl und gleichgültig. – –
Die Aufführung war überstanden. Man hatte auch getanzt und Bowle getrunken, bis die allgemeine Stimmung ihren Höhepunkt erreichte. Jeder beschäftigte sich nun nur noch mit sich selbst, und wenn es hoch kam, mit seinem Nachbar.
Herr Nyblom aus Hönegaard stand neben Esther in der Fensternische.
»Ihre fremdartige Aussprache paßte so gut für die Rolle der Hedda,« sagte er. »Sie haben sie noch anziehender und eigenartiger dadurch gemacht, gnädiges Fräulein.
Überhaupt liebe ich so den deutschen Accent und alles Ausländische. Sie sind viel feuriger dort unten im Süden, als wie hier oben.
Ho! Sie haben Feuer für Blut – Wir sind Fische dagegen!
Aber ich bin auch einmal in Deutschland gewesen – bis hinunter nach Heidelberg. Meine Frau und ich, wir haben unsre Hochzeitsreise dorthin gemacht.
Und die Studenten gaben gerade ein Fest – mit Pechfackeln zogen sie vorbei – und da schielten sie nun immer herüber zu meiner Frau – hahaha! – –«
Esther bemerkte, daß die Geschichte von Herrn Nybloms Hochzeitsreise nach Heidelberg sich auch ohne nachhelfende Antworten abzuwickeln vermochte und wandte ihre Aufmerksamkeit mehr der übrigen Gesellschaft zu.