Nicht weit entfernt saß Arne neben Fräulein Thora auf einem Ecksofa. Sie hatten traurige Gesichter und schwiegen beide. Aber ihre Augen hingen ineinander.

Dann sagte Fräulein Thora: »Ja, das ist es wohl – es ist nun wohl das letzte Mal. Wir werden uns nie wiedersehn.«

»Wir werden uns nie wiedersehn,« sprach Arne wie mechanisch nach und senkte seinen hellen Lockenkopf.

»Ich hätte Ihnen noch etwas zu sagen,« fing Fräulein Thora wieder an, »wenn wir nur in andern Verhältnissen wären –

O Gott! Ich werde selbst nicht aus mir klug – es ist alles so wunderlich – –!«

Arne nickte stumm und sah mit einem demütig-sehnsüchtigen Ausdruck zu Fräulein Thora auf – mit diesem rührenden Blick eines treuen Hundes, den Esther so wohl an ihm kannte. –

»Ist das nicht komisch?!« hörte Esther Herrn Nybloms amüsierte Stimme neben sich. Und gleich darauf wiederholte er: »Gnädiges Fräulein, finden Sie das nicht auch recht toll?«

»Ja, es ist toll,« sagte Esther und wandte sich langsam nach dem Fenster um.

Und drüben lag das Meer – weit und schwerdunkel – nur nach den Ufern zu schäumten die Wellen weiß auf im Mondlicht.

Lange stand sie so und sah hinaus, und als sie die Augen wieder zurückwandte, war alles so klein und vergänglich um sie her geworden, wie ein kurzes Komödienspiel. – Und sie sah auf diese Menschen mit denen sie lebte – und alles war fremd und ferngerückt. – Und sie fühlte ihr Herz leer – aber weit vor Sehnsucht zum Unbekannten. – –