VIII

Und sie sprach noch einmal mit Arne.

Sie sagte: »Zwischen uns ist ein Mißverständnis, Arne, wollen wir es nicht fortthun?

Wir waren bestimmt Kameraden zu sein – gute Kameraden, die einer am Leben des andern teilnehmen, aber nicht das Leben teilen. Wir haben uns geirrt.«

Arne sah finster zu ihr auf. »Was willst du mir denn sagen – mit deinen schöngewählten Worten – du?«

Das Blut stieg ihr heiß ins Gesicht. Er hatte sie so getroffen mit seiner verborgenen Anklage: sie wählte die Worte, weil sie nichts mehr fühlte.

Sie sah ihn hilflos an und wartete, ob er noch sprechen wollte – aber er schwieg.

Zwischen beide drängte sich wie entschleiernd das helle, kalte Licht des Vormittags. Esther konnte jeden Zug seines Gesichtes deutlich unterscheiden – und er wurde ihr immer fremder. Zuletzt sah sie nur noch die malerische Wirkung der Linien.

»Ich habe es ja gesehen – gestern abend –« sagte sie endlich nur unter dem Gefühl, daß eine Antwort von ihr erwartet würde. Ihre Stimme war fast tonlos.

»Was hast du gesehen?