Dann begann sie ein Gespräch. – »Reisen Fräulein weit?«

»O ja,« sagte Esther zerstreut.

Die Schwester ließ sich nicht einschüchtern. »Wohl gar bis Kopenhagen?« fragte sie.

»Bis Berlin.«

Die Schwester machte andächtige Augen. »Ja, waren Sie denn schon einmal in Deutschland, und können Sie die Sprache verstehen?«

»Ich bin Deutsche,« sagte Esther.

Da drückte sich die Schwester ängstlich in eine Wagenecke und sah erschrocken und unentwegt auf das junge Mädchen. –

Esther nahm den Brief des alten Rude heraus und öffnete ihn – und las:

»Mein einzig liebes Kind!

Nun gehst Du fort, und ich konnte Dir nicht Lebewohl sagen. Ich konnte es nicht, weil ich meiner nicht sicher war, weil ich mich vielleicht verraten hätte. Und was soll die Liebe eines alten Mannes zu einem Kind?