Denn was ein einziges Mal unwissend wohlgelungen ist, soll wieder und wieder gelingen können unter der Leitung eines bewußten Willens. Das erst ist Können – Kunst!
Und so kam es, daß sie nach und nach mit ihrer ganzen Persönlichkeit überging zur Arbeit.
Ihr Gefühlsleben schrumpfte gleichsam zusammen bis zu jenen kleinen Alltagsempfindungen, die sozusagen zu den Anstandspflichten des Herzens gehören.
Sie war Zuschauer, nichts als Zuschauer gegenüber dem Leben.
Und das Leben rächte sich, so daß ihr jeder menschliche Eindruck zur hohlen, seelenlosen Karrikatur wurde.
In den freien Zeiten schlenderte sie oft durch die Straßen, ohne viel zu denken. Zuweilen erregten die Vorübergehenden ihre Aufmerksamkeit. Dann dachte sie noch einen Augenblick über sie nach, bis diese lässige Müdigkeit alles mit Gleichgültigkeit zudeckte.
Und doch war es in diesen Stunden körperlicher und geistiger Abspannung, daß ein Erlebnis an sie herantreten wollte.
Sie kam an einer der großen Kunsthandlungen vorüber, in deren Schaufenstern an jedem Sonnabend eine neue Ausstellung für die kommende Woche arrangiert wird.
Nach ihrer Gewohnheit blieb sie stehen, um die Bilder zu betrachten.