Der Prior François Laurenty von Malmedy schrieb die Geschichte der Aebte von dem hl. Remaclus bis zu Wilhelm von Bayern, deren Handschrift im Regierungs-Archiv in Düsseldorf aufbewahrt wird. Laurenty starb 1650, 66 Jahre alt. Aus dem Ende des 18. Jahrhunderts verdient der Verleger Gerlache erwähnt zu werden, der in Malmedy eine Druckerei gründete. Derselbe gab eine neue Ausgabe der Droits coutumiers de Stavelot heraus und einen Almanach du Pays de Stavelot.
Auf militärischem Gebiete zeichnete sich der 1771 in Malmedy geborene P. Jos. Bartholemy aus, der in österreichische Dienste trat und an den italienischen Feldzügen teilnahm. Abgesehen von anderen Auszeichnungen wurde er zum Freiherrn erhoben und starb als Oberst 1832 in Pest.
Als Gynäkologe wurde Joseph Doutrelepont (auch Doutrepont genannt) berühmt, der 1776 in Malmedy geboren war. Er studirte in Würzburg, Halle und Wien und wurde in ersterer Stadt Professor der Gynäkologie. Einen Ruf nach Göttingen (1837) lehnte er ab und wurde daraufhin von dem König von Bayern mit dem Civilverdienstorden ausgezeichnet. Seine Abhandlungen erschienen in Fachzeitschriften. Er starb 1845 in Würzburg.
Auf dem Gebiete der Botanik erwarb sich Fräulein Maria Anna Libert, die Tochter des Bürgermeisters von Malmedy (1782–1865), einen Namen. Ferner sind mehrere Maler zu nennen: Counet, Louis und Engelbert Renarstein, die die Portraits der letzten Fürstäbte gemalt haben, Alexander Thomas u. s. w.
Malmedy hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die Chronik seiner Mißgeschicke ist sehr umfangreich, aber die Geschichte des Fürstentums weist auch manche erfreuliche Seite auf. Vielleicht entschließt sich einmal ein deutscher Geschichtsforscher die Geschichte des ehemals so berühmten geistlichen Fürstentums Stavelot-Malmedy zu schreiben und dabei auch die kulturhistorischen, ethnographischen und sprachlichen Verhältnisse eingehend zu berücksichtigen. Man würde dadurch den Bewohnern Malmedys, dieser einzigen wallonischen Stadt im deutschen Reiche, die dem Deutschtum gewonnen werden sollen, eine Aufmerksamkeit beweisen, die diese wohl zu würdigen wissen würden.
[4] Liége 1848.
[5] Anvers 1891.
[6] Die Wallonen nennen die Stadt Mâmdî. Malmedy wird auch häufig Malmédy geschrieben. Der verdienstvolle Forscher Dr. Quirin Esser läßt die oben erwähnte Etymologie nicht gelten. In seinen „Beiträgen zur gallo-keltischen Namenkunde“ (I. Malmedy 1884) begründet er die Annahme, daß Malmedy schon zur Römerzeit bestand und Malmandra geheißen habe (dieses soll der frühere Name der Warchenne gewesen sein).
[7] Es wird allerdings erst in einer unter dem Abte Wibald ausgestellten Urkunde zum erstenmal oppidum genannt.