Wieserl, der kleine, kugelrunde Knirps, ihr jüngstes Schwesterchen, das Mühe hatte, auf seinen dicken, kurzen Beinen zu stehen, stolperte hinterdrein, um auch ihr Teil an der allgemeinen Aufregung zu haben. Sie fiel der Länge nach mitten auf dem Kiesweg hin und lag schreiend und zappelnd dort. Dann raffte sie sich wieder auf und setzte die Verfolgung fort.

Schließlich, als sie einsah, daß all ihr Laufen nichts nützte, kehrte sie wieder um.

„Mutter, Vater,“ sprudelte sie hastig heraus, „der Jockel... und der Jockel... und in den Korb gesetzt, und Stroh und Heu... und alle fort, aus der Gartentür... der Jockel in dem Korb, und der Jockel und alle haben sie einen Stock. — Und ade, Wieserl, haben sie gesagt, und Toni hat geweint.“

Der Vater schüttelte seinen Kopf. Er hätte ihn aber noch viel mehr geschüttelt, hätte er jetzt schnell mal einen Blick auf seine Sprößlinge werfen können.

Beim Kriegerdenkmal standen sie, Hans und Suse in ihrer Mitte, und sahen begeistert zu ihrem Führer Theobald auf, der wie ein Held auf der zweiten Stufe des Denkmals stand und einen Korb im Arm hielt. Er redete: „Geliebte Freunde, ihr wißt, hier drin im Korb sitzt der Jockel, unser Eichhörnchen. Der soll uns heute aus Not und Gefahr erretten. Ihr wißt, zweimal hat diesen armen Jockel der miserable Granadasohn Jose mit Sand geworfen. — Also hat er auch das Kamel geworfen. Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten. — Wer das Eichhörnchen mit Sand wirft, wirft auch das Kamel, darum schreiten wir jetzt zur Rache. Wir lassen uns zuerst bei dem Onkel Gustav in der Villa Granada melden. Ihr haltet euch höflich im Hintergrund. Ich rede. Erst kommt die Geschichte von dem Kamel daran, darauf die mit unserem Jockel. Auf ein Zeichen von mir trittst du, Henner, vor, öffnest den Deckel von dem Korb und hebst das kranke Eichhörnchen ihm entgegen.

Das wird ihn an die Wand werfen. Er wird blaß werden bis in die Lippen und an die Schuld seiner nichtsnutzigen Söhne glauben.

Dies wäre Fall Nummer eins.

Nun kommt Fall Nummer zwei. Das wäre, wenn der Onkel nicht da wäre. Also ist er nicht da, so müssen wir die Granadasöhne in das große Billardzimmer bitten, dort haben wir Platz und können uns umdrehen.

Zuerst verlangen wir kurz und bündig, daß Jose seine Schuld bekennt. Ganz gemäßigt werde ich sein. Sagt er die Wahrheit nicht, so öffnest du, Henner, auf ein Zeichen meiner Hand den Korb. Schweigend gehen meine Blicke zwischen dem Eichhörnchen und den Granadasöhnen hin und her. Kein Wort fällt. Macht dies alles nun noch keinen Eindruck, so tut ihr das Eichhörnchen hübsch in seinen Korb zurück. Und nun beginnt der Kampf. Auf ein Zeichen von mir schreiet ihr alle: „Hurra, hurra, Rache, Verderben den Lügnern, den Feiglingen!“ Und dann fallen wir über sie her und klopfen sie windelweich, bis sie die Wahrheit bekennen. Dann ziehen wir uns befriedigt zurück.