Herrn Cimhubers Gepäck traf einige Tage vor ihm ein: eine Kiste und ein umfangreiches, in Sackleinwand eingenähtes, längliches Bündel. Er selbst verzog noch eine Woche in seinem Missionshaus in einer entfernten Stadt.
Die Doktorskinder gingen von nun ab nur noch flüsternd durch den Gang, die Augen in stiller Ehrfurcht auf des Missionars Gepäck gerichtet. Ein Duft von fremden Ländern haftete ihm an.
Sie berieten hin und her, was es wohl enthielte. Suse meinte, die große Kiste sei voll schrecklicher Götzen, Schwerter, Spieße und dergleichen fremdländischer Gegenstände mehr.
Aber was mochte der große Ballen enthalten? Leise strichen die Kinder darüber. Auch Theobald und seine Geschwister wurden eingeweiht und tauschten Betrachtungen über den möglichen Inhalt des seltsam geformten, in Wachstuch genähten Bündels aus.
„Hört,“ meinte Toni mit einemmal, „ich glaub ich hab’s. Herr Edwin interessiert sich für Altertümer. Es könnte eine Mumie sein.“
„Eine Mumie.... was ist das?“ riefen Hans und Suse.
„Nun, ein einbalsamierter Mensch,“ entgegnete Toni. „Oder besser gesagt, ein durch Spezereien für alle Zeiten unvergänglich gemachter, menschlicher Leichnam.“
„Welch ein Blödsinn,“ seufzte Theobald.
„Durchaus nicht, mein lieber Bruder, vielleicht ist die von Herrn Edwin herbeigeschaffte Mumie sogar eine ägyptische... ein Pharao, ein ägyptischer König.“