„Was sagt sie... die Matratze?“ stotterte Theobald.

Im nächsten Augenblick schoß Ursel auch schon wie eine Glucke mit gesträubtem Gefieder zur Tür herein und erblickte die Kinder mit der Trennschere und den Messern in der Hand. Sie ergriff ohne Federlesens das halb ausgepackte Bündel, riß die letzte Hülle los und entrollte vor den Augen der Verschwörer eine blau und weiß gestreifte Matratze. Keine Mumie. — Die geheimnisvolle Mumie war Ursels Matratze.

Suse war blaß wie der Tod.

Und nun stand auch die Pfarrfrau in der Stube, entdeckte den kostbaren Gegenstand und atmete erleichtert auf.

„Da ist sie ja, Ihre Matratze, Ursel,“ sagte sie, „und schon fix und fertig ausgepackt.“

„Habt ihr das getan?“ fragte sie Suse. Diese nickte mit schuldigem Gesicht. Toni aber kletterte beschämt von ihrem Tisch herunter, Theobald sprang mit höflicher Verbeugung in die Höhe, und Hans machte ein Gesicht wie die Katze, wenn’s donnert.

Den vier Ertappten war es schwül zumute. Die Pfarrfrau sagte: „Ihr wolltet Ursel überraschen, ihr wolltet ihr eine Freude machen, nicht wahr? Sie hat sich eine Matratze von ihren Verwandten kommen lassen. Ihre eigene hat sie in mein Bett geschafft und meine hat sie meinem Sohn gegeben. Edwins Matratze ist zu hart. Er muß zwei haben, sonst kann er nicht schlafen. Er ist krank. — Ihr lieben, lieben Kinder! Ihr wußtet, wie sie heute vor lauter Arbeit nicht zu Atem kommt. Nun kommt mal mit zu meinem Sohn!“

„Hier sind die Diebe, die Missetäter,“ begann sie zu dem Missionar, indem sie Hans und Suse zärtlich bei der Hand faßte, „unsere kleinen Heinzelmännchen, die Ursel die Matratze geöffnet haben. Sie wollten ihr die Arbeit abnehmen. Nicht wahr?“ fragte sie und strich den beiden über den Kopf.

„Nein, nein,“ stotterte Suse, „helfen wollten wir nicht, wir wollten ja nur sehen... wir wollten nachsehen — wir meinten, die Mumie sei drin.“