In der Schule, wo Suse so viel von dem Besuch des interessanten Afrikareisenden erzählt hatte, der Frau Cimhuber und mit ihr ein wenig auch Hans und Suse beehren werde, begann man sich bereits zu wundern, daß die spannenden Geschichten, die Suse von ihm erhofft hatte, ausblieben.

Nun nahm in diesen Tagen Susens Klasse in der Geographiestunde gerade die Westküste Afrikas durch. — Dorther kam Herr Edwin — von der Goldküste.

„Ach, wenn er doch einmal reden würde,“ dachte Suse voll Verlangens.

Welche interessanten Dinge würde man da zu hören bekommen! Und welch bedeutenden Eindruck würde Suse in der Schule hervorrufen, wenn sie verkündete, daß sie einen Menschen kenne, der selbst in jenen Ländern gewesen war, der mit eigenen Augen die Menschen, die Tiere, die Pflanzen dort, alles, alles gesehen hatte, der viel mehr wußte, als in den Geographiebüchern stand. Wenn er nur redete!

Da, am Tage vor der Geographiestunde, konnte Suse sich nicht mehr beherrschen und fragte mit einemmal bei Tisch, zu Hans gewandt, während sie im Grunde Herrn Edwin meinte: „Du Hans, wo seid ihr jetzt in der Geographiestunde? Wir sind jetzt an der Elfenbein-, Sklaven- und Goldküste; da herum.“

„Wir nicht!“ sagte Hans und aß ruhig weiter. „Wir nehmen Deutschland durch.“

Frau Cimhuber und ihr Sohn aber hatten von der Unterhaltung überhaupt nichts gehört.

Suse räusperte sich deshalb und sagte lauter als vorher: „Hans, wir sind jetzt in der Geographie an der afrikanischen Sklaven-, Gold- und Elfenbeinküste.“

„Das hast du ja eben erst gesagt,“ meinte Hans und sah sie groß an.