Da wandte sich Suse unter heftigem Erröten an Frau Cimhuber selbst, indem sie sagte: „Wir sind jetzt in der Geographie an der afrikanischen Sklaven-, Gold- und Elfenbeinküste, Frau Pfarrer.“
„Nein, das ist ja interessant,“ meinte die Pflegemutter mit einemmal aufmerksam. „Wie gut trifft sich das. Du, Edwin, die Kinder nehmen jetzt in der Schule die Goldküste durch,“ sagte sie zu ihrem Sohne. — „Da weißt du ja am besten Bescheid.
Soll euch mein Sohn einmal davon erzählen?“ fragte sie die Geschwister.
„Ja,“ riefen beide hochbeglückt.
„Heute abend könntest du’s tun, wenn wir vom Spaziergang zurückkommen!“ forderte die Mutter ihren Sohn auf. „Wie denkst du darüber? hast du Lust?“
„Warum nicht? Sehr gern!“ antwortete er und nickte den beiden zu. Und sie nahmen seine wohlwollenden Blicke hin, als wär’ es schon der schönste Anfang einer Geschichte.
Am Abend nach Tisch versammelte sich dann die ganze Gesellschaft; Frau Cimhuber und ihr Sohn saßen im Sofa, Ursel und die Kinder auf Stühlen, und auf seinem Ständer in der Ecke der Negergott, der wieder auf seinen alten Platz verpflanzt worden war, nachdem die Kinder vor anderthalb Jahren ihre Pflegemutter gebeten hatten, ihn doch wieder hervorzuholen, sie fürchteten sich nicht mehr vor ihm.
Totenstille herrschte, als Herr Edwin zu erzählen begann. Alles lauschte. Nur zuweilen hörte man Hans und Suse tief atmen. —
Von den großen Weltmeeren, über die er gefahren war, erzählte er, von den großen afrikanischen Wüsten, wo nachts der Ruf wilder Tiere herüberklang, von den undurchdringlichen Urwäldern, wo sich Schlingpflanzen mit Tausenden von bunten Blumen von Baum zu Baum zögen und ein köstliches Gewebe vor den Türen des geheimnisvollen Waldes bildeten.
Hansens und Susens Augen glänzten.