Doch Christine verstand Suse falsch und flüsterte mit erschrockenem Blick nach den übrigen Kindern hin: „Mögen sie es nicht, Suse? Ist es ihnen nicht gut genug? Gelt, sie sind an Besseres gewöhnt? Es ist aber doch das Feinste, das wir hier haben.“

„Viel zu fein ist’s,“ rief das Doktorskind. „Eine Suppe wäre gerade gut genug für uns gewesen.“

„Nein, nein,“ wehrte Christine, „Kalbfleisch ist besser.“

Nun halfen Toni und Suse beim Auftragen der Speisen, und die Gesellschaft fing zu essen an.

Die Kinder mäßigten ihren Appetit etwas, weil der Doktor ihnen daheim anbefohlen hatte, Rücksicht auf der alten Frau geringe Vorräte zu nehmen.

Aber Christine beängstigte ihr Maßhalten, und sie fragte deshalb wiederum erschreckt Suse: „Gelt, sie mögen mein Essen nicht? Gelt, sie ekeln sich vor mir, weil ich eine alte Frau bin?“

Da flüsterte Theobald seinen Brüdern zu: „Eßt, ihr Dächse, wie die Nudelgänse, sonst geht’s euch schlecht. Immer Takt haben.“

Da begann die Gesellschaft zuzulangen, daß Christine ihre helle Freude dran hatte.

Ein halber Laib Brot verschwand, ein Kuchen folgte ihm nach, und von dem Kalbfleisch blieb auch nicht mehr viel übrig. In den Wassergläsern schenkte Christine den Kindern Waldbeerwein ein.