Suse machte ein trauriges Gesicht und fragte leise: „Gelt, Christine, du willst wieder fort, weil ich so häßlich zu dir war?“

„Nein, nein, ich bin ja nicht zu euch allein gekommen, Suse, ich bin noch wegen einem andern kleinen Mädchen gekommen, das will ich aufsuchen.“

Suse horchte verwundert auf.

„Zu einem andern kleinen Mädchen?“

Die alte Frau nickte. „Freilich.“

„Aber, Christine, hast du Verwandte hier?“

„Ja, es ist eine Enkelin von mir, ein kleines Mädchen, so alt wie du.“

„Was, Christine, du hast eine Enkelin?“ rief Suse ganz erstaunt, „und wir wissen’s nicht. Weiß es denn niemand auf der Welt?“

„Doch, dein Vater und deine Mutter wissen’s. Euch hab’ ich nur nie davon erzählt, weil ihr zu klein wart und weil ich nicht wollte, daß ihr auch traurig würdet.“

„Ach, Christine, bitte, bitte, erzähl’ mir. Ich bin ja jetzt schon sehr groß und werde mich beherrschen, auch wenn deine Erzählung sterbenstraurig wird. Ganz still will ich sein und dich nicht durch dummes Reden stören,“ drängte Suse.