„Iß und jammere nicht,“ mahnte Theobald.

Die Knaben verzehrten nun ein paar Stücke Brot und tranken ihren Kakao dazu und schickten sich hierauf an, ihr Eßgeschirr zu reinigen.

Da sagte der Kutscher so beiläufig mit größter Ruhe vom Hoftor herüber: „Dort unten kommt der Doktor.“ —

Die Knaben rafften ihre Rucksäcke und ihr Geschirr zusammen und rannten davon wie die Räuber.

„Kommen Sie, kommen Sie,“ rief Theobald, den Kutscher mit sich ziehend, „und zeigen Sie uns unser Nachtquartier! Erst morgen früh wollen wir den Doktor sehen.“

Und wie die Katzen kletterten sie an einer Leiter in der Scheune auf den Heuboden.

Sich die Seiten vor Lachen haltend, wackelte der Kutscher hinterdrein. Und oben breitete er ihnen ein Segeltuch auf das Heu, um es zu schonen, damit die empfindlichen Pferde morgens nicht seine Annahme verweigerten.

„Endlich, endlich in Sicherheit,“ meinte Theobald sich streckend und dehnend, als der Kutscher gegangen war. „So einen Heuboden, den lob’ ich mir. Das ist doch das Beste. Neulich der Kuhstall, der war zuviel für meines Vaters Sohn. Erst der Kuhgeruch und dann der Hühnergeruch, und kaum ist das überstanden und man ist eingeschlummert, da erwachen gleich so ein paar gefiederte Bestien, die mit uns zusammen logieren, und fühlen sofort das Bedürfnis, Eier zu legen und ihre Funktionen mit lautem Geschrei in die vier Winde zu rufen. Schauderhaft! Und dann, als sie damit fertig sind, fällt es ihnen ein, spazieren zu gehen, und sie nehmen ihren Weg direkt über unsere Köpfe und unsere Brust hinweg, voran der Gockel. Und wie ich aufwach’, steht mir der, weiß Gott, mitten auf der Brust und schlägt mir seine Flügel um die Ohren und schreit ‚Kikeriki‘, daß ich aufgefahren bin und ihn gepackt habe. Fast hab’ ich ihn ermördert.“

Hans und Peter lachten und vergruben sich im Heu.

„Sei still, Theobald,“ rief sein Vetter, „sonst hört uns der Brettelkern und holt uns von seinem Heuboden runter.“