„Wir müssen die Pferde rauslassen,“ meinte da Hans Und die Knaben drangen sofort in den Stall ein, schirrten die Füchse los und führten sie ins Freie. Die Tiere drängten aufgeregt dem Feuer zu. Theobald wurde dabei zu Boden geschleudert und schlug seinen Kopf gegen einen Stein. Hans und Peter wurden gegen die Wand gedrückt und scheuerten sich das Gesicht blutig.
Noch rechtzeitig kam ihnen ihr Freund von gestern, der Kutscher, zu Hilfe und brachte die Pferde, unterstützt durch einige Männer von der Straße, ins Freie.
„Es brennt an verschiedenen Stellen in der Stadt,“ hörte Hans jene Leute rufen, und atmete erleichtert auf. Der Kutscher hatte ihn eben, anscheinend nicht recht bei Sinnen, angefahren: „Ihr vermalefitzten Lausbuben, habt ihr vielleicht das Feuer angemacht!“ — Fast wären sie also noch in den Geruch von Brandstiftern gekommen.
Theobald hatte sich inzwischen die Wunde mit ein paar Taschentüchern umwickelt und ging auf das Wohnhaus zu, indem er Peter erklärte: Er werde jetzt den Onkel „Zehnmal um die Ecke“ retten, ihn auf seinen Händen ins Freie tragen und im Namen seiner Familie Versöhnung feiern.
Als Theobald in den Hausflur eingetreten war, bemerkte er gleich auf der Spitze der Treppe im ersten Stock einen Herrn im Nachtgewand und rief ganz bescheiden hinauf: „Herr Doktor, kommen Sie gefälligst. Es brennt bei Ihnen. Soll ich Ihnen helfen? Es ist nicht gefährlich.“
„Aber Theobald, Junge, wo kommst du her?“ tönte da oben eine wohlbekannte Stimme herunter. Theobald stutzte. Dann hatte er den Rufer erkannt. Es war sein Onkel Hermann, der Vater von Hans Und in einigen Sprüngen war er bei ihm.
„Du hier, Onkel?“ rief er.
„Ja, du hier? das frag ich dich auch, Theobald,“ antwortete jener ganz betroffen. „Wo kommst du her?“
„Auf einer Wandertour, Onkel. Hans ist auch da.“
Und in demselben Augenblick kam der Knabe, von dem eben die Rede war, im Sturm die Treppe hinauf und rannte den Vater fast über den Haufen. Und nun erschien auch die Frau Doktor und war ganz bestürzt, als sie in dem unheimlichen Lichtschein, der das Treppenhaus erleuchtete, ihren Sohn gewahrte. —