Theobald aber betrachtete fortwährend mit sichtlichem Wohlgefallen sein zu einem Riesenkürbis angewachsenes Haupt im Spiegel ihm gegenüber.
Was Schöneres konnte er sich nicht denken, als hier sozusagen als Held zu sitzen.
Am schweigsamsten war der Hausherr, der Doktor Brettelkern. Aber schließlich riß er sich von seinen Gedanken los, sprang auf und meinte kopfschüttelnd: „Da hört man zwanzig Jahre nichts von einander. Und nun sieht man sich so wieder. Der ist genau wie sein Vater,“ meinte er, auf Theobald zeigend. „Der redete einen auch tot und lebendig.“
Seines Neffen Gesicht rötete sich vor Stolz, und er erklärte: „Ja, die Mutter sagt auch immer, Sepp, das haben sie von dir.“
Bis zum Sonntag blieb nun die Gesellschaft noch im Hause des gastfreundlichen Doktors. Früh am Morgen sollte eigentlich der Aufbruch in die Stadt vor sich gehen, aber da die Knaben in einen Murmeltierschlaf versunken und nicht aufzuwecken waren, bat ihr Gastgeber, daß man die Reise noch bis zum Mittag verschiebe. So kam es, daß Hansens Eltern erst gegen Abend von Susens Geburtstag im Hause der Frau Cimhuber eintrafen.
Kaum hatte Suse, die in inniger Umarmung mit Toni auf dem Sofa saß und die Depesche, die jene gebracht hatte, durchlas, die Stimme ihres Vaters und ihrer Mutter vernommen, da fuhr sie mit einem Jubelruf in die Höhe und stürmte auf den Flur zur Begrüßung.
Sie wollte ihren Vater und ihre Mutter nicht mehr loslassen. Sie umarmte sie immer wieder. Auch Hans zog sie an sich.
Aber der Bruder geriet gleich in Ursels Fänge, die ihn mit Fragen bestürmte. Sie hatte nur ein Auge für ihn.
„Lebst du noch Hans?“ rief sie. „Gelt, du bist’s doch gewesen, von dem in der Zeitung geschrieben stand?“ fragte sie ihn. „Komm her und sieh mich an. Dein ganzes Gesicht ist ja zerkratzt. Gott sei Dank, daß du noch lebst.“ —
„Seit wann soll ich denn gestorben sein?“ fragte Hans erstaunt.