Schauerliche Dinge erleben mochte Suse beileibe nicht, aber sie anzuhören, war ihr nicht unangenehm. „Am Ende frißt sie wirklich Menschen,“ sagte sie, sich fester an den Bruder anschmiegend, mit dem sie Hand in Hand auf dem Sofa in ihrem Stübchen saß. „Erzähl’ weiter.“

„Ich weiß nichts mehr von ihr. Gesehen hab’ ich sie nicht.“

„Dann erzähl’ mir noch, bitte, von dem herrlichen Schloß in dem Garten.“

„Ich hab’ einmal von der Veranda in das Zimmer geguckt und schöne Sachen drin gesehen.“

„Und die ausgestopften Tiere? Die waren nirgends, Hans?“

„Ich hab’ sie nicht gesehen.“

„Ach, Hans, wann kommen wir mal hin?“

„Oh, bald, bald, der Onkel Gustav will, daß wir oft kommen, hat Theobald gesagt. Er will, daß unsere guten Manieren und unser deutsches Gemüt auf seine Kaffern abfärbe. — Die Kaffern sind nämlich seine Kinder.“

So fuhr Hans noch lange eifrig fort, Suse ein merkwürdiges Licht über die neue Verwandtschaft aufzustecken. Erst als es Zeit zum Abendessen war, beendete er seine Erzählung und ging mit Suse zu Frau Cimhuber hinüber.

„Hans,“ ermahnte ihn seine kleine Schwester unterwegs, „wir müssen sagen, was wir heute nachmittag gemacht haben, wo du gewesen bist; denn wenn Frau Cimhuber erfährt, daß du fortgelaufen bist, und es ihr nicht erzählt hast, denkt sie, wir wollen sie belügen.“