Na, das ist ein Bild! Die Toteninsel heißt’s! Einfach schauderhaft! Die Haare stehen mir zu Berge, wenn ich’s nur angucke. Ich versichere dich, wenn man sich unterstände, mir ein solches Bild zu schenken, würd’ ich’s als die größte Beleidigung auffassen und dem gütigen Geber die Freundschaft für immer kündigen. —

Das Bild ist also schon gekauft und mein Geld ausgegeben. Aber beruhigt euch. Ihr bekommt anderes. Ich lasse mir heute welches von Onkel Fritz geben, wenn wir im Zirkus sind. Der läßt mich nicht in der Patsche. — Bin ich morgen früh zur rechten Zeit nicht am Bahnhof, so nehmt einstweilen von eurem Geld eine Karte bis Haslach. Dort müßt ihr sowieso den Eilzug verlassen und eine neue Karte für den Bummelzug nehmen.

Den Reiseplan hast du dir natürlich noch nicht zurecht gelegt. Nicht wahr?“ fuhr er mit gerunzelter Stirn fort. —

„Das kannst du auch nicht. Du hast ja keine Erfahrung im Reisen. Mit mir ist das ganz was anderes.“ —

Dabei war der Prahlhans auch nicht viel weiter gekommen als nach Hansens und Susens Heimatsort. Allein, nach dem Ton seiner Worte zu urteilen, hatte er schon eine Weltreise gemacht.

Jetzt holte er den Fahrplan aus der Tasche, blätterte sich räuspernd drin herum und meinte, Suse Papier und Bleistift reichend: „Schreib’ dir auf, was ich dir sage. Um fünf ein Viertel Uhr fahrt ihr hier ab und nehmt den Eilzug bis Haslach. Drei Stationen von hier. Gut! Merk’ dir’s! Drei Stationen von hier. Ihr zählt sie. Gut! Dort steigt ihr um und fahrt bis zur Endstation Maria Heil. Merk’ dir’s! Gut. Du frägst den Schaffner in Haslach, wo der Zug nach Maria Heil steht. Gut. In Maria Heil steigt ihr aus und schlängelt euch in die dort wartende Postkutsche. Merk’ dir’s! Schreib’ Postkutsche auf. In diese Postkutsche kriecht ihr dann und fahrt nun, den Regenschirm und Koffer fest in der Hand, in die Arme eurer hochbeglückten Eltern hinein. Schreib’ ‚hochbeglückte Eltern‘ auf! Verstanden? Und bestellt Grüße von mir. Gut!“

Jetzt zog Theobald seine Uhr und sagte in ernstem Ton: „Es ist höchste Zeit, daß ich gehe, wenn ich noch schwimmen will. Drum leb’ wohl. Tipp, topp, nur Mut, die Sache wird schon schief gehen,“ sagte er mit kräftigem Händedruck.

„Theobald,“ flüsterte sie mit einemmal, banger Ahnungen voll. „Du verrätst doch nicht daheim, was wir anfangen wollen?“

Theobald tippte sich an die Stirn, zuckte die Achseln und murmelte: „Man hat doch auch Charakter.“ Damit ging er von dannen.