„Sie kommt, sie kommt,“ rief er.
Suse stürzte vorwärts, als sei ihr der Tod auf den Fersen. Bald erlahmten ihre Kräfte, und Hans nahm ihr die Hirschtasche ab, um sie in seinen Armen zur Elektrischen zu tragen. Klingelnd fuhr diese mit den beiden Flüchtlingen davon.
Als die zwei verzweifelten Ausreißer schließlich am Bahnhof ankamen, war natürlich von dem tüchtigen Theobald weit und breit keine Spur zu entdecken.
„Er hat die Zeit verschlafen,“ stöhnte Suse.
„Nein, er kommt,“ sagte Hans bestimmt, „er hat’s versprochen, und was er versprochen hat, hält er.“
Damit ging der kleine Junge geradeswegs auf die Bahnhofshalle zu, während Suse wie ein aufgescheuchtes Hühnchen hinterdreinflatterte. Am Schalter löste er die Karten zu Reise und kehrte dann zum Eingang der Bahnhofshalle zurück, um nach dem Vetter auszusehen.
Endlich sah er am Ende der Straße einen Radfahrer auftauchen und schaute näher hin. Ja, es war Theobald. Auf der Lenkstange seines Rades liegend, kam er wie eine Windsbraut seines Wegs. Jetzt sprang er ab.
„Ursel kommt!“ rief er. „Wie ein tollgewordener Mops macht sie Sätze. — Es ist haarsträubend, wie sie die Ecken nimmt! Kommt, kommt. Sie hat die Faust nach mir geschüttelt.“
Im Nu hatte er eine Bahnsteigkarte gelöst, sein Rad einem Gepäckträger gegeben, die Hirschtasche auf seinen Rücken geworfen, die Pappschachtel in die Hand genommen und stürzte mit den Kindern durch die Sperre.
Susens Knie waren wie gebrochen, die Stimme versagte ihr.