Jetzt waren sie auf dem Bahnsteig. Die letzte Tür des dort haltenden Zuges war schon geschlossen. Der Beamte wollte eben das Zeichen zur Abfahrt geben, da riß Theobald noch im letzten Augenblick ein Coupé auf, drängte die Doktorskinder hinein und schubste ihre Hirschtasche hinterdrein, so daß der „Engel“ und die „Geburt Christi“ gegeneinander stießen.
Die Tür wurde wieder zugeschlagen, und der Zug fuhr davon. In ein paar Sekunden mußte er aus der halle sein. Da beugte sich plötzlich Suse weit aus dem Fenster und rief in Todesangst: „Theobald, unser Geld, unser Reisegeld! Gib doch, gib doch! — Das Zwanzigmarkstück!“
Der Vetter schlug sich vor die Stirn.
Im Nu war er an ihrer Seite und wühlte verzweifelt in seiner Westentasche.
„Hier, hier,“ rief er, und ein blitzender Gegenstand fuhr surrend durch die Luft und traf wohlgezielt ins Coupé. — Die Kinder hatten ihr Reisegeld. Da fuhr auch der Zug schon aus der Halle.
Suse war wie erlöst. In ihrer Freude umarmte sie ihren Bruder und jubelte: „Jetzt ist alles gut.“
Doch Hans wehrte: „Erst das Geld, Suse, ich will’s in meine Tasche tun.“
Und er eilte auf die Ecke zu, wo die Münze niedergefallen war. Blitzend lag sie auf der Bank. Er griff danach, fuhr aber jäh zurück wie vor einer zischenden Schlange.
Dort lag..., dort lag...