In diesem Ton ging die Unterhaltung weiter. Es war nun mal so und nicht zu ändern. Fremdlinge und Sausewinde konnten einander nicht ausstehen, vielleicht weil einer dem andern seine Vollkommenheit im Protzen und Aufschneiden übelnahm. Was das Aufschneiden anbetraf, gebührte entschieden Theobald die Palme, was das Protzen anbelangte, eher den Fremdlingen.

Im Laufe des Nachmittags gerieten die beiden Parteien häufig hart aneinander, und es sah aus, als sollte es zu einer regelrechten Schlacht kommen.

Da erschien aber noch zur rechten Zeit der Diener und meldete, daß der Teetisch gedeckt sei. Die Kinder sprangen auf und drängten in das Eßzimmer, um dort an einem einladend hergerichteten Tisch Platz zu nehmen.

Trotzdem verging Suse die Lust auf die appetitlichen Kuchen, die sie aus silbernen Körben anlachten; denn gerade als sie einen Mohrenkopf zum Munde führen wollte, öffnete sich die Tür und die schwarzen Frauen von vorhin tauchten zum zweitenmal auf.

Suse blieb der Bissen im Munde stecken. Lautlos wie Fledermäuse strichen die Fremden hinter Susens Stuhl vorüber und kamen jenseits des Tisches wieder zum Vorschein, beim Bedienen helfend.

Jedesmal bei ihrem herankommen lief dem kleinen Mädchen ein Gefühl über die Haut, als fließe ihr kaltes Wasser den Rücken hinunter.

Während nun Susens Aufmerksamkeit auf die Schwarzen allein gerichtet war, hatte ihre kleine Verwandte Concha sie die ganze Zeit mit spöttischem Blick angesehen, vor allem aber ihr berühmtes Schmuckstück scharf ins Auge gefaßt.

„Ist die Brosche von Gold?“ fragte sie mit einem Male laut.

Alle sahen nach Susens Talisman und lachten.

„Ist sie von Gold?“ fragte Concha noch einmal.