Suse wußte nicht, was antworten. Hans aber wurde es ungemütlich zu Sinn, und er hätte gern die Geschichte von dem Prinzen und seiner Bewunderung für das Stiefmütterchen erzählt. Aber er fürchtete, in der Mitte stecken zu bleiben und die Sache noch schlimmer zu machen.
Suse wäre jetzt am liebsten mitsamt ihrem Stiefmütterchen aufgesprungen und davongelaufen, durch die Tür in den Garten und auf die Straße. Es war ja nichts hier, wie sie erwartet hatte; im Gegenteil, eine Enttäuschung folgte der andern. — Auch der Onkel war nicht da, der doch so viele schöne Geschichten wußte, wie Toni vorhin Suse erzählt hatte, und einem die ausgestopften Tiere zeigte. — Er hatte unerwartet verreisen müssen.
Da war es denn eine große Erleichterung, als Liselotte erschien und den Kindern verkündete, sie möchten unter der Aufsicht der schwarzen Frauen in den Zoologischen Garten gehen. — Sie bliebe hier bei ihrer Tante.
„Wie schön,“ entfuhr es halblaut Susens Mund. Und auch Hans leuchtete die Freude aus den Augen.
Die Löwen, Tiger, Leoparden, all die wilden Tiere im Zoologischen Garten kamen den Kindern mit einem Male anheimelnder vor als die ganze Einwohnerschaft der Villa Granada zusammengenommen.
Schnell fand nun der Aufbruch statt. Von der fremden Dame brauchten sich die Kinder nicht zu verabschieden; denn sie hielt sich eingeschlossen in einem entfernten Zimmer und wollte niemand sehen. Und es war auch ganz gut, daß ihre kleinen Besucher ihr Gesicht nicht zu sehen bekamen. Zuviel Widerwillen gegen ihre Gäste malte sich darin, als daß es sie nicht hätte bitter kränken können.
Von den schwarzen Frauen geleitet, verließen die Kinder den Garten der Villa Granada.
„Jeder lacht, wenn er uns anguckt,“ meinte Theobald, als sie das Freie erreicht hatten. „Guck, Suse, wie die dort drüben den Mund aufsperren und uns mit unseren schwarzen Tintenfischen angaffen!“
Und damit wies er auf einige Leute jenseits der Straße.