„Mach, daß du fortkommst, stoppelhaariger Dickkopf!“ fuhr ihn der Wärter an, „oder du gehst auch mit.“
In ein paar Sprüngen war Theobald um die nächste Ecke. Der wütende Mann aber verschwand mit Hans und seinen Zeugen, den Fremdlingen, auf der Direktion.
Lange, bange Augenblicke verstrichen für die Zurückbleibenden. Toni und der wiederkehrende Theobald hatten Mühe, Suse zu hindern, ihrem Bruder zu folgen.
„Es geschieht Hans doch nichts, kein Mensch rührt ihn an,“ beschwichtigte Toni immer wieder. Theobald hingegen machte seinen Gefühlen in lauten Worten Luft.
„So eine Gemeinheit wie heute hab’ ich doch noch nie gesehen,“ rief er. „Pfui! Pfui! — Unser Vater sagt immer, wir sind das furchtbarste Unkraut, das es gibt. Wir färbten auf alle ab. — Aber so was brächten meines Vaters Kinder doch nicht fertig! Nein, gemein wären wir nie!“
„Weißt du, Henner, mit meinem Eichhörnchen hat Jose dasselbe Experiment gemacht,“ wandte er sich an seinen Bruder. „Seit dem Tage, als er es mit Sand geworfen, hat’s kranke Augen.“
„Ja, ja,“ riefen seine Brüder und brachen in ein wildes Rachegeschrei aus.
Während die Kinder nun so in einer sich immer steigernden Aufregung durcheinander redeten, war drüben an der Einzäunung, hinter der das Rehwild stand, schon eine Weile ein junger Mann zu sehen gewesen, der aufmerksam nach dem erregten Häuflein herübergeschaut hatte. Seiner Tracht und seiner sehnigen Gestalt nach zu urteilen, gehörte er den Gebirgsbewohnern an.
Jetzt, als Suse auf wenige Sekunden die Hände von den Augen ließ, so daß ihr Gesicht voll zu erkennen war, nickte er mehrmals befriedigt vor sich hin und ging dann geradewegs auf sie zu.