Gib, was es heiß begehrt!“

Dieses Lied singt die schwarze Adel, die Tochter Evas, der Witwe, die am Nachbarhofe wohnt. Ihr Häuschen ist so klein wie Kinderspielzeug, die Fenster sind winzig und hart über dem Erdboden. Die kleine Adel steht auf einem Schemel und tüncht die Außenwand der Hütte. Eine lichte Strahlenkrone flimmert um ihre Locken, in die der Wind bläst, daß sie ihr über Stirn und Augen fallen. Sie hebt ihr Gesicht, das von der Wärme des Tages blüht, zu ihm auf, blinzelt mit den Augen, rümpft das Näschen vor der Lichtfülle, die ihn umfließt, und öffnet ihre Lippen zu einem kleinen Lächeln. Sie bückt sich, taucht den Pinsel in den Kalkeimer vor ihren Füßen und kehrt zu ihrem traurigen Liedchen zurück.

„Vor Sehnen nach der Liebsten mein

Ist krank mein Herz und Blut.

Sie wohnt in einem kleinen Hüttelein,

Hat keines Hellers Gut.“

Und zum dritten Male ertönt die sehnsüchtig klagende Weise:

„Mein Mut siecht hin, mein Arm erschlafft,

Schwer trag ich dein Gebot.

Verweigerst du, die meine Seele liebt,