Den hatt er bauen laßen lang, hoch und weit, 1910
Weil ihn so viel der Recken heimsuchten jederzeit.
Auch ander Ingesinde, zwölf reiche Könge hehr
Und viel der werthen Degen hatt er zu allen Zeiten mehr,
Als je gewann ein König, von dem ich noch vernahm. 1911
Er lebte so mit Freunden und Mannen wonnesam:
Gedräng und frohen Zuruf hatte der König gut
Von manchem schnellen Degen; drum stand wohl hoch ihm der Muth.
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Dreißigstes Abenteuer.
Wie Hagen und Volker Schildwacht standen.
Der Tag war nun zu Ende, es nahte sich die Nacht. 1912
Den reisemüden Recken war die Sorg erwacht,
Wann sie ruhen sollten und zu Bette gehn.
Zur Sprache bracht es Hagen: Bescheid ist ihnen geschehn.
Zu dem Wirthe sprach da Gunther: "Gott laß euchs wohlgedeihn: 1913
Wir wollen schlafen gehen, mag es mit Urlaub sein.
Wenn ihr das gebietet, kommen wir morgen fruh."
Der Wirth entließ die Gaste wohlgemuth zu ihrer Ruh.
Von allen Seiten drängen man die Gäste sah. 1914
Volker der kühne sprach zu den Heunen da:
"Wie dürft ihr uns Recken so vor die Füße gehn?
Und wollt ihr das nicht meiden, so wird euch übel geschehn.
"So schlag ich Dem und Jenem so schweren Geigenschlag, 1915
Hat er einen Treuen, daß ders beweinen mag.
Nun weicht vor uns Recken, fürwahr, mich dünkt es gut:
Es heißen Alle Degen und haben doch nicht gleichen Muth."
Als in solchem Zorne sprach der Fiedelmann, 1916
Hagen der kühne sich umzuschaun begann.
Er sprach: "Euch räth zum Heile der kühne Fiedeler.
Geht zu den Herbergen, ihr in Kriemhildens Heer.