»Herr,« sagte der Jude, »mein Vater, der ein reicher Kaufmann war, war erkrankt; als es nun ans Sterben ging, hat er mir nachdrücklichst ans Herz gelegt, ihn in Jerusalem zu begraben. Dazu habe ich kein leichteres Mittel gefunden, als sein Fleisch von den Knochen zu lösen, Pasterma daraus zu machen und es in Körben zu verpacken. Als ich aber das väterliche Pasterma zurückgefordert habe, hat sich herausgestellt, daß alles aufgegessen ist, alles sage ich, bis auf den letzten Bissen.«

Der Kadi sah, daß in diesem Falle nichts zu machen war; er schickte den Juden weg und sprach seinen Diener ledig.

Das also erzählt man von dem Rechtshandel, in dem ein Mann aufgetreten ist, der einen Juden ganz und gar aufgegessen hat.

[194.]

ES war einmal in Konstantinopel beim Iki-Kapu im Viertel Kara-Agadsch ein Gassenjunge, Akinedschi-Sadeh mit Namen, der es gar trefflich verstand, auf eine bissige Rede schlagfertig zu antworten.

Eines Tages verschloß einer seinen Laden und brachte innen das Schlagtürchen an. Akinedschi ging hin und klopfte an das Türchen. Der andere sagte: »Was willst du?«

»Komm näher; ich muß dir etwas sagen.«

Daraufhin öffnete der andere das Türchen und sagte: »Was mußt du mir sagen?«

Akinedschi antwortete: »Ich habe ein Verhältnis mit deiner Mutter; sag es aber niemand.«

»Und du, bist du nicht der Sohn einer Hure, die man ruft, wenn man sie braucht?«