EInes Tages sah der Hodscha im Bade zwei verzinkte Schalen und die gefielen ihm sehr gut; er steckte sie unter sein Badetuch und ging damit weg. Zwei Badejungen hatten ihn aber beobachtet und sagten nun zu ihm: »Das Bad tut dir wohl, Hodscha-Effendi.«

»Das Bad und die Schalen,« antwortete er.

[284.]

ES kam einer zum Hodscha, um ihn um Gastfreundschaft zu bitten, und klopfte an die Tür; der Hodscha kam und fragte ihn: »Wer bist du?«

»Ach, Effendi, kennst du mich nicht? ich bin der Amad Muzir-Effendis.«

»Sehr gut,« antwortete der Hodscha; »warte einen Augenblick, ich will dich zu unserm gemeinsamen Vater führen.«

Nasreddin schritt nun seinem Besucher voraus; und als sie zur Moschee gekommen waren, öffnete er die Tür, lud ihn mit einer Handbewegung ein, einzutreten, und sagte zu ihm: »So; so da sind wir bei dem gemeinsamen Vater der Gläubigen.«

[285.]

EInes Tages bat ein Kurde den Hodscha um Gastfreundschaft; und er sagte zu ihm: »Ich habe Hunger; bringe mir etwas zu essen.« Der Hodscha ging, bereitete in einem irdenen Napfe ein Gericht Joghurt und holte Brot, und das wollte er dem Fremden vorsetzen, als er bemerkte, daß sich der niedergelegt hatte und eingeschlafen war; da begann er Betrachtungen anzustellen und sprach bei sich: »Wie soll ich es anfangen, um ihn im Schlafe essen zu lassen?« Und schon nahm er mit einem Stückchen Brot etwas Joghurt und fuhr ihm damit über den Schnurbart. Einen Augenblick darauf erwachte der Kurde; und er schrie sofort: »Bring mir also etwas zu essen, mein Gastfreund!«

Und der Hodscha antwortete: »Aber du hast doch schon gegessen, während du schliefst! wenn du mir nicht aufs Wort glaubst, so schau dir deinen Schnurbart an; er ist noch ganz feucht.«