EInmal lud man den Hodscha im Ramasan zu einem Iftar[100], und es wurde eine außerordentlich heiße Suppe aufgetragen. Der Hodscha nahm einen Löffel voll und führte ihn zum Munde; da er sich ihn nicht zurückzugeben getraute, verschluckte er ihn. Dann aber nahm er seine Mütze vom Kopf, legte sie auf seinen Sitz und setzte sich darauf; und die andern fragten ihn: »Warum setzt du dich auf deine Mütze?«
Er antwortete: »Damit nicht die Kissen Feuer fangen: ich brenne ja inwendig; wenn meine Mütze verbrennt, so schadet das wenigstens niemand.«
SOoft der Hodscha sein Leinenzeug waschen wollte, begann es mit Gottes Zulassung zu regnen. Als er nun wieder einmal auf den Markt ging, um Seife zu kaufen, fielen wieder Regentropfen; da sagte der Hodscha zu dem Seifenhändler: »Gib mir eine Oka von diesem Käse.«
»Das ist doch Seife,« antwortete der Kaufmann, »und kein Käse.«
»Ich weiß es wohl,« versetzte der Hodscha; »ich nenne es aber Käse aus Angst, daß der Regen anhalten könnte.«
EInes Tages trieb der Hodscha seinen Esel vor sich her; als er dann müde wurde, saß er auf. Eine kleine Weile später bemerkte er, daß der Esel nicht mehr vor ihm herging. Nun suchte er ihn bergauf und bergab, bis ein Wanderer bei ihm vorüberkam; den fragte er, ob er nicht seinen Esel gesehn habe, und der Wanderer sagte: »Du sitzt ja darauf.«
Der Hodscha stellte die Tatsache fest und freute sich; aber schon nach einem Augenblicke war er von neuem zerstreut und begann wieder zu suchen. Da sagte der Wanderer: »So gehn wir doch nach Hause, da du doch den Esel gefunden hast.«