EInes Tages kam der Hodscha nach Siwri-Hissar; es war am Ende des Ramasans und man wartete, daß es Neumond werde, weil dann das Bairamfest beginnen sollte. Er sah eine Menge Leute versammelt, die alle den Mond beobachteten, und da sagte er:

»Was ist denn an dem Monde so bemerkenswert? Bei uns zu Hause ist er so groß wie ein Wagenrad, und es kümmert sich kein Mensch um ihn; hier, wo er so dünn ist wie ein Zahnstocher, versammeln sich alle Leute, um ihn zu betrachten!«

[53.]

DEr Hodscha kam einmal in eine Stadt und sah dort die großen Röhren einer Wasserleitung. Da fragte er einen Vorübergehenden: »Was ist das?«

Der antwortete: »Das ist das, womit wir Städter das Wasser ablassen.«

»Daraus läßt sich schließen,« versetzte der Hodscha, »wie euere Frauen gebaut sein müssen.«

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EInes Tages ging der Hodscha in Akschehir spazieren. »Herr Gott,« rief er aus, »gib mir tausend Goldstücke; eines weniger nehme ich nicht.«

Dieses Gebet hörte ein Jude, der in seiner Nähe war; neugierig, was geschehn werde, tat er neunhundertneunundneunzig Goldstücke in einen Beutel und warf ihn durch das Rauchloch in die Hütte des Hodschas.