Nun brachte der Jude dem Hodscha ein Maultier, aber der sagte: »Auch einen Pelz brauche ich noch.«
Der Jude brachte ihm noch einen Pelz, und nun gingen sie aufs Gericht zum Kadi. Der fragte sie, was sie herführe, und der Jude sagte: »Der Mann da hat mein Geld genommen und weigert sich, es zurückzugeben.«
Der Kadi sagte zum Hodscha: »Was hast du darauf zu erwidern?«
»Herr, ich habe Gott, den ewig wahrhaften — gepriesen sei sein Name — um tausend Goldstücke gebeten, und er hat mich erhört; als ich dann nachgezählt habe, fand ich um eines weniger. Trotzdem bin ich nicht davon abgestanden, sie zu nehmen, Herr. Nun fordert sie der Jude da als sein Eigentum ein, aber nicht nur sie, sondern auch den Pelz, den ich trage, und das Maultier, auf dem ich hiehergekommen bin.«
»Gewiß gehört alles mir, Herr,« erwiderte augenblicklich der Jude.
Aber der Kadi schrie: »Zum Teufel mit dir, Jude!« Und unverzüglich wurde der Jude mit Stockprügeln hinausgejagt.
Der Hodscha jedoch kehrte stillvergnügt mit Pelz und Maultier heim.
EInes Tages nahm der Hodscha an einem Hochzeitsmahle teil; die Kleider, die er anhatte, waren alt. Niemand kümmerte sich um ihn und es wurde ihm keine Aufmerksamkeit erzeigt. Daraufhin ging er weg und lief nach Hause, um seinen Pelz anzuziehn. Dann kehrte er zurück, und kaum war er bei der Tür angelangt, als man ihn auch schon einlud, einzutreten. »Setz dich, Hodscha-Effendi, wenn es dir beliebt, oben an die Tafel,« sagte man zu ihm und überhäufte ihn mit Ehrenbezeigungen und Aufmerksamkeiten.