Am Morgen nahm er seine Sichel und ging aufs Feld. Auf dem Wege traf er etliche Reiter, und die zwangen ihn, ihnen vorauszugehn und ihnen den Führer zu machen; erst am Abende schickten sie ihn zurück. Der Hodscha lief, was er nur konnte, und es war Mitternacht, als er zu Hause ankam und an die Tür pochte. Seine Frau ging hin und fragte: »Wer pocht um diese Stunde?«
»Ich bins,« antwortete der Hodscha, »ich bins, inscha Allah; mach auf.«
SEine Frau sagte einmal zum Hodscha: »Schenk mir ein Kopftuch aus roter Seide.« Der Hodscha streckte beide Arme aus und sagte: »Ist es so lang genug? reicht diese Länge?«
Er ging also auf den Markt und hielt auf dem Wege immerfort die Arme ausgebreitet; und als ihm einer entgegenkam, schrie er ihn an: »Gib acht, wo du gehst! Du wirst schuld daran sein, wenn ich mein Maß verliere.«
DEr Hodscha war einmal in Gesellschaft eines andern auf der Reise. Von ungefähr kam ihnen ein Reiter entgegen; der wandte sich an den Begleiter des Hodschas und sagte zu ihm: »Du mußt mit mir gehn und mir den Weg zeigen.«
Der antwortete: »Ich bin der Knecht und Sklave desunddes Herrn.« Und so half er sich durch.
Der Reiter sprach nun den Hodscha an und sagte zu ihm: »Dann mußt du mit mir gehn und mein Führer sein.«
Aber der Hodscha erwiderte: »Ich bin ein Diener und Sklave des Allerhöchsten.« Kaum hatte er jedoch diese Worte herausgebracht, als der Fremde mit seiner Peitsche zum Schlage ausholte. Der arme Hodscha versuchte nicht weiter, Widerstand zu leisten, sondern begann neben dem Pferde herzuschreiten und den Reiter zu führen.