EInes Tages war Dschoha in dem neugebauten Hause eines Freundes; er setzte sich einen Augenblick nieder, bekam aber nichts zu essen. Da stand er auf und begann das Haus von einer Ecke zur andern mit seinem Fuße auszumessen. Der Eigentümer sagte: »Was machst du da, Dschoha?« »Ich will mir ein Haus bauen lassen wie dieses da; ein Haus, wo nichts zu trinken und nichts zu essen ist, muß ja leicht zu bauen sein.«
DSchoha wollte für heilig gelten. Er wurde gefragt: »Wo sind deine Wunder?« und er sagte: »Ich werde einem Baume, gleichgültig welchem, befehlen, zu mir zu kommen, und er wird mir gehorchen.« »Sag es dem Palmbaum da.« »Komm,« sagte Dschoha; aber der Palmbaum rührte sich nicht, auch nicht, als er ihn dreimal angerufen hatte. Nun stand Dschoha auf; man fragte ihn: »Wohin, Dschoha?« Er sagte: »Die Propheten Gottes und die Heiligen kennen weder Hochmut, noch Verblendung; da der Palmbaum nicht zu mir kommt, werde ich zum Palmbaum gehn.«
EInes Tages stieg Dschoha auf das Minaret der Moschee und rief zum Gebete; und er verwunderte sich über seine Stimme. Alsbald stieg er hinunter und begann hastig davonzulaufen. Man fragte ihn: »Wohin, Dschoha?« Und er antwortete: »Ich will wissen, bis wohin meine Stimme reicht.«
EInes Tages ging der Hodscha mit einem seiner Freunde auf die Jagd. Sie sahen einen Wolf, und den wollten sie fangen; sie verfolgten ihn, bis er sich unter einen Felsen verkroch. Der Gesell Dschohas steckte seinen Kopf hinein, um ihn zu packen, aber der Wolf riß ihm ihn ab. Dschoha wartete länger als eine Stunde; als er schließlich sah, daß sich sein Gesell nicht wieder erhob, zog er ihn heraus, und da sah er, daß er keinen Kopf hatte. Er fragte sich, ob er einen gehabt habe oder nicht; dann ging er in die Stadt und fragte die Frau seines Freundes: »Hat dein Mann, als er heute weggegangen ist, seinen Kopf bei sich gehabt oder nicht?«
EInes Tages trug Dschoha einen Sack Korn in die Mühle. Auf dem Wege dachte er, wie schön es wäre, wenn Gott das Korn in seinem Sacke in Gold verwandeln möchte, und schließlich glaubte er, daß sein Wunsch erhört sei. Er streckte die Hand aus, um zu sehn, ob es Gold geworden sei oder nicht, aber der Sack legte sich um. Da wandte er den Blick gen Himmel und sagte: »Herr, du hast mich betrogen.«