»Komm,« sagte Dscheha, und sie legte ihm einen Sattel auf und einen Zaum an und setzte sich rittlings auf ihn; er begann auf allen vieren zu kriechen.

Unversehens kam der Kaid, und der sagte zu ihm: »Si Dscheha, mir hast du verboten, die Frauen zu lieben, und du, sieh nur, in was für einer Verfassung du bist!«

»Herr,« antwortete Si Dscheha, »ich hatte Angst, dich zu einem solchen Esel werden zu sehn, wie ich einer bin.«

Der Kaid begann zu lachen und machte ihm ein Geschenk.

[403.]

ES war ein Jude, der täglich also zum Herrgott betete: »O mein Gott, zeige dich mir«; und er betete unter einem Baume. Eines Tages hörte ihn Dscheha, als er lustwandelte. Am nächsten Tage ging er hin und war noch vor dem Juden dort; er stieg auf den Baum und verbarg sich im Laube. Der Jude kam und betete wie gewöhnlich. Si Dscheha rief ihn an und sagte: »O mein Anbeter, nimm hundert Dinar und gib sie der Frau Dschehas. Dann komm sofort hieher zurück, und du wirst mich sehn.«

Als der Jude diese Worte hörte, war er auf dem Gipfel der Freude. Er ging nach Hause, holte hundert Goldstücke und gab sie der Frau Dschehas. Dann kam er zum Baume zurück und sagte: »O mein Gott, ich habe getan, was du mir gesagt hast.« Si Dscheha warf ihm einen Strick zu, indem er sagte: »Fasse diesen Strick und du wirst zu mir emporsteigen.« Der Jude ergriff den Strick und Si Dscheha zog ihn herauf; als er ihn aber einigermaßen in der Höhe hatte, ließ er den Strick los. Der Jude fiel herunter und schlug sich ein Loch in den Kopf. »O mein Gott,« sagte er, »du bist unersättlich! Du nimmst mein Geld und schlägst mir überdies ein Loch in den Kopf!«

[404.]

MAn wußte sich keinen Rat mehr, um Dscheha sein Schmarotzerhandwerk zu legen. Als nun eines Tages die vornehmen Leute zu einem Manne essen gingen, der einen Festschmaus vorbereitet hatte, schloß sich ihnen Dscheha an; da sagten sie untereinander: »Was machen wir nur mit Si Dscheha?« Und einige sagten: »Wann die Schüsseln aufgetragen werden, wollen wir zu ihm sagen: ›Si Dscheha, in deinem Dorfe brennt es‹, damit er nichts ißt. Unsere Worte werden ihn so beschäftigen, daß er nichts ißt.«

Als die Speise kam, sagten sie zu ihm: »Si Dscheha, in deinem Dorfe brennt es.«