Die Mutter des Knaben kam heraus, um ihn zu suchen. Als sie ihn nicht fand, ging sie zum Schakal und sagte zu ihm: »Hast du vielleicht mein Kind gefressen?«
»Das ist sehr gut,« sagte der Schakal; »so also steht es? Warum hat mich denn dein Mann hergebracht? Vielleicht deswegen, damit ich mich heute über dein Gezeter ärgern soll?«
Dscheha, der in diesem Augenblicke zurückkam, blieb auf der Straße stehn; als er seine Frau weinen hörte, lief er herbei und sagte: »Was hast du?«
»Der Schakal, den du hergebracht hast, hat deinen Sohn gefressen.«
Der Schakal tat, als ob er zornig wäre, und sagte zu Dscheha: »Ich habe es dir am ersten Tage gesagt: laß mich, ich gehe nicht her. Dann hast du mich aber gezwungen zu kommen. Jetzt segne dich Gott! So also handeln Freunde an ihren Freunden? Laß mich augenblicklich gehn.«
»Bleib nur,« sagte Dscheha, »und mache dir nichts aus den Reden einer Frau.«
Er ging zu seiner Frau und sagte zu ihr: »Schweig, sage ich dir, damit er bleibt und nicht geht. Daß er meinen Sohn gefressen hat, bezweifle ich nicht; vorderhand aber wollen wir ihn dabehalten, damit ich ihn töte, ihn, der mein Kind gefressen hat.«
Der Schakal erriet alles. Si Dscheha dachte bei sich, daß er auf den Schakal, nachdem er ihn habe einschlafen lassen, losgehn und ihn abkehlen werde; aber der Schakal, der voraussah, was ihm geschehn sollte, ließ seine Wirte einschlafen, sprang über die Mauer und suchte das Weite.
Si Dscheha und seine Frau standen auf und er ging an den Ort des Schakals; aber er fand, daß der Schakal nicht mehr da war. Er kehrte zu seiner Frau zurück und sagte zu ihr: »Du bist schuld daran, daß er gegangen ist. Hättest du nicht mit ihm gesprochen, so hätte er sich nicht geflüchtet und wir hätten ihn getötet; nach dem Auftritte aber, den du ihm gemacht hast, hat er fortgehn müssen.«