DSchoha hatte drei Pfund Fleisch gekauft und sagte zu seiner Frau: »Koch uns ein wenig Fleisch.« Sie kochte es, aß es aber mit ihrem Geliebten. Dschoha kam heim und fragte: »Wo ist das Fleisch?« Die Frau antwortete: »Ich war in der Küche beschäftigt; unterdessen hat es die Katze gefressen.«

Dschoha stand auf, nahm die Katze und wog sie; da hatte sie gerade drei Pfund. Und er schrie: »Du Metze, wenn das die Katze ist, wo ist das Fleisch? und wenn das das Fleisch ist, wo ist die Katze?«

[349.]

DSchoha gab seiner Frau drei Dirhem und sagte zu ihr: »Kauf dafür Fleisch, laß es aber nicht wieder die Katze fressen wie neulich.« Sie ging es kaufen und traf einen von ihren Liebhabern; den nahm sie mit sich nach Hause. Die Nachbarn sahen das und führten beide vor den Richter. Der Richter befahl, die Frau auf einen Bullen zu setzen und sie also durch die Stadt zu führen. Als Dschoha die Zeit lang wurde, ging er sie suchen; da sah er sie in dieser Verfassung und sagte zu ihr: »Du Metze, was heißt das?«

Sie antwortete: »Nun, nun, was denn? Geh nur nach Hause; ich habe nur noch den Markt der Essenzenverkäufer und der Tuchhändler, dann gehe ich das Fleisch kaufen und komme heim.«

[350.]

DIe Frau Dschohas pflegte in der Nacht wegzulaufen und sich mit ihrem Geliebten zu treffen; deswegen wurde Dschoha von seinen Nachbarn gehänselt. Da hielt er sich einmal wach, bis sie wegging; dann stand er auf, verschloß die Tür und setzte sich dahinter. Als die Frau zurückkam, fand sie die Tür versperrt. Sie begann ihn zu bitten, er möge sich ihrer erbarmen, aber er beschimpfte sie. Als sie jede Hoffnung auf einen günstigen Ausgang aufgegeben hatte, sagte sie zu ihm: »Wenn du mir nicht öffnest, springe ich in den Brunnen.« Dann nahm sie einen großen Stein und warf ihn hinein. Voll Reue lief er hinaus, um zu sehn, was es gebe. Augenblicklich schlüpfte die Frau ins Haus und verschloß die Tür. Er gab sich alle Mühe, sie zur Nachgiebigkeit zu bestimmen, aber sie hörte nicht auf, ihn zu beschimpfen und zu ihm zu sagen: »Da hat mans, wie du dich aufführst; die ganze Nacht steckst du bei den Trunkenbolden.« So gelang es ihr denn, ihn vor den Nachbarn mit Schande zu bedecken.

[351.]

EIner, der die Frau Dschohas liebte, sagte eines Tages zu seinem Diener, einem bartlosen und wohlgewachsenen Knaben: »Geh zu ihr und sag ihr, daß ich sie bald besuchen werde.« Der Knabe ging hin. Sie konnte sich nicht enthalten, ihn zu umarmen und ihn an ihre Brust zu drücken, bis sie schließlich ihre Gelüste stillte. Der Herr des Knaben fand, daß der zu lange ausblieb; er machte sich also selber auf den Weg zum Hause Dschohas. Als ihn die Frau kommen hörte, verbarg sie den Knaben unter dem Bette, und ihn empfing sie wie gewöhnlich. In diesem Augenblicke klopfte Dschoha an die Tür. Da sagte sie zu ihrem Geliebten: »Steh auf, lauf mit blankem Schwerte in den Hof und stoße Schmähungen gegen mich aus.« Er tat es. Dschoha trat ein und fragte seine Frau: »Was will der Mensch?« »Ach, Mann,« sagte sie, »das ist unser Nachbar: sein Diener ist ihm entlaufen und hat sich zu uns geflüchtet; er wollte auf ihn los, um ihn zu töten, aber ich habe ihn unter das Bett gesteckt.« Dschoha sagte zu dem Knaben: »Komm nur hervor, mein Kind, und bete zu Gott für diese ehrsame Frau, die dir diesen großen Dienst geleistet hat; Gott möge ihn ihr lohnen.«