Er ging und begleitete seinen Freund, und der sagte, als sie bei seinem Hause waren: »Komm mit hinein, Si Dscheha.«

»Mein Freund,« sagte Dscheha, »das sind die Gemächer der Frauen; zu den Frauen uns zu setzen, schickt sich nicht. Gehn wir lieber in ein Zimmer, wo wir allein sind.«

Nun hatte dieser Freund für Si Dscheha in den Frauengemächern eine Grube gegraben; Dscheha wußte davon nichts. Als Dscheha geantwortet hatte: »Gehn wir zwei ganz allein ins Zimmer,« sagte der andere zu ihm: »Warum sollen wir uns nicht im Hause einrichten? es ist leer. Das Zimmer ist klein, und nicht einmal ein einzelner Mann hätte genug Platz, sich zu setzen.«

»Gut,« sagte Dscheha, »gehn wir, wohin du willst.«

Dieser Freund, auf den Dscheha so viel Vertrauen setzte, hatte ihn verraten und Geld von Leuten genommen, denen Dscheha geschadet hatte.

Er führte also Dscheha ins Haus. Dscheha versah sich keineswegs von diesem Manne, daß er ihn töten würde, da er sein vertrauter Freund war; darum eben kam ihm der Gedanke nicht, als er ins Haus trat. Der Freund hatte über die Grube eine Matte gespannt und darüber noch einen Teppich gebreitet.

Als Dscheha beim Eintritte den Teppich sah, dachte er, das sei eine Aufmerksamkeit, die ihm sein Freund erweise; er ging vorwärts, um auf dem Teppich Platz zu nehmen, und fiel in die Grube.

Augenblicklich lief der Verräter zu denen, die ihm Geld gegeben und zu ihm gesagt hatten: »Du wirst Si Dscheha töten; denn er hat uns viel geschädigt.« An diesem Tage kam er nun ihnen sagen: »Ich habe Si Dscheha getötet.«

»Wir gehn mit dir,« sagten sie, »um zu sehn, wie du ihn getötet hast.« Und sie gingen mit ihm.

Im Hause angelangt, beugten sie sich über die Grube und sahen auf ihrem Grunde Si Dscheha. »Si Dscheha,« sagten sie zu ihm, »hast du es nun satt, alles nur nach deinem Kopfe machen zu wollen? Jetzt, nicht wahr, wirst du uns keinen Schaden mehr zufügen.«