DSchoha aß bei einem großen Herrn; es gab eine Fleischpastete und die verschlang er mit vollem Munde. Einer sagte zu ihm: »Dschoha, iß nicht zu viel; wer sich daran übernimmt, muß sterben.« Er hielt einen Augenblick inne, dann klatschte er seine fünf Finger zusammen und sagte: »Nehmt euch meiner Familie an; ich befehle sie euch.«
DSchoha traf einen Christen, der in der christlichen Fastenzeit Fleisch aß; da setzte er sich zu ihm, um an seinem Mahle teilzunehmen. Der Christ sagte zu ihm: »Dschoha, das Fleisch von Tieren, die wir geschlachtet haben, ist euch Muselmanen nicht erlaubt.« Dschoha antwortete: »Ich bin unter den Muselmanen das, was du unter den Christen bist.«
DIe Frau Dschohas erzählt: Mein Geliebter hatte Lust nach einer Schüssel gedünstetes Fleisch, und ich verlangte die Sachen dazu von meinem Manne. Als alles nötige bereit war, kochte ich das Gericht und aß es mit meinem Geliebten und tat eine Gurke in den Topf. Mein Mann kam heim und ich setzte ihm diese vor; er kostete sie und sagte: »Das schmeckt ja wie eine Gurke.« Ich stellte sie noch einmal zu, bis sie eingetrocknet war. Er aß sie und ging weg. Mein Geliebter kam zum zweiten Male, aber er war noch kaum recht eingetreten, als ihn mein Mann ertappte; er packte ihn und steckte ihn in eine Truhe und verschloß sie. Dann ging er meine Verwandten holen. Sofort, als er draußen war, machte ich mich an das Schloß, öffnete es und ließ meinen Geliebten heraus. Unser Nachbar hatte einen Esel; den nahm ich und steckte ihn in die Truhe. Da trat auch schon mein Mann mit meinem Vater und meinem Bruder ein. Sie öffneten die Truhe und fanden einen Esel. Und sie sagten zu Dschoha: »Bist du närrisch?« Er sah mich an und sagte: »Dirne! du hast eine Gurke in Fleisch verwandelt; kein Wunder, daß du einen Menschen in einen Esel verwandelst.«
DIe Frau Dschohas erzählt weiter: Eines Tages kam mein Mann nach Hause und mein Geliebter war da; ich versteckte ihn im Keller. Mein Mann brachte dreißig Eieräpfel mit und legte sie in den Keller. Mein Geliebter aß einen. Dann ging mein Mann die Äpfel zählen; mein Geliebter gab sie ihm einzeln, und er bildete sich ein, es sei seine eigene Hand, die sie ihm von innen reichte. Als er fand, daß einer fehlte, ging er hinein; da traf er meinen Geliebten. Er fragte ihn: »Wer bist du?« Und mein Geliebter antwortete: »Ich bin ein Eierapfel.« Nun sagte mein Mann zu mir: »Schau, was für ein Spitzbube der Händler ist! er hat mir den da für einen Apfel zugezählt, und dabei habe ich zu ihm gesagt: ›Welcher ists denn, wenn nicht der da, der den Korb so schwer macht?‹« Dann führte er ihn zu dem Apfelhändler und sagte zu ihm: »Hast du denn keine Furcht vor Gott? wie kannst du mir den zu den Äpfeln zuwägen?« Der Händler, der ein Schalk war, nahm meinen Geliebten beim Ohre und sagte zu ihm: »Wie oft habe ich dir schon gesagt: ›Bleib bei den Rüben und komme nicht immer unter die Eieräpfel!‹« Dann gab er meinem Manne an seiner statt einen Eierapfel.
DSchoha erhielt von seinem Vater einen Dirhem, um dafür einen Hammelkopf zu kaufen. Er kaufte ihn, aß aber alles Fleisch herunter und brachte seinem Vater den nackten Schädel. Der Vater sagte: »Schuft, was ist das?« »Ein Hammelkopf.« »Wo sind die Ohren?« »Er war taub.« »Und die Zunge?« »Er war stumm.« »Und das Fleisch am Kopfe?« »Er war kahl.«