[490.]

DEr Hodscha kaufte einmal auf dem Markte Gemüse und warf es in seinen Sack; dann bestieg er seinen Esel, um heimzukehren, und nahm den Sack auf seine Schultern. Unterwegs begegnete ihm einer und der fragte ihn, warum er den Sack nicht dem Esel auflege, sondern ihn selber trage.

Er antwortete: »Damit das arme Tier nicht gar zu müde wird.«

[491.]

EIner gab dem Hodscha ein Hemd, damit er es auf dem Markte verkaufe. Das Hemd war aber gestohlen, und das wußte der Hodscha. Auf dem Markte wurde nun in der großen Menge dem Hodscha das Hemd gestohlen.

Als er zurückkam fragte ihn der, der ihm das Hemd gegeben hatte, um wie viel er es verkauft habe, und der Hodscha antwortete: »Der Markt war heute sehr flau, und darum habe ich es um deinen Preis verkauft, um so viel nämlich, wie du dafür gezahlt hast.«

[492.]

DEr Hodscha brachte seinen Esel auf den Markt und übergab ihn dem Ausrufer. Es kam ein Käufer, und der wollte die Zähne des Esels betrachten, um sich über sein Alter zu unterrichten; aber der Esel biß ihn. Es kam ein anderer Käufer, und der hob ihm den Schwanz auf; aber der Esel schlug aus. Nun sagte der Ausrufer zum Hodscha: »Deinen Esel da kauft niemand; denn wer von vorn an ihn herantritt, den beißt er, und wer von hinten kommt, den schlägt er.«

»Das ist es ja,« antwortete der Hodscha; »ich habe ihn auch nicht hergebracht, um ihn zu verkaufen, sondern damit die Welt sieht, was ich die Zeit her von ihm zu leiden gehabt habe.«