[493.]

EInmal zankte sich der Hodscha in der Nacht mit seiner Frau, und die gab ihm in ihrer Wut einen Fußtritt, daß er die Treppe hinunterkollerte. Als es Tag geworden war, fragten die Nachbarn, die diesen Lärm gehört hatten, den Hodscha, was geschehn sei, und er antwortete, daß er mit seiner Frau einen Streit gehabt habe.

»Sehr gut,« antworteten sie, »aber was war das für ein Lärm?«

»Bei dem Streite«, sagte er, »ist meine Frau sehr zornig geworden, und da hat sie meinen Kaftan mit einem Fußtritte über die Treppe hinabgestoßen.«

Als sie ihm aber vorhielten, daß ein Kaftan, wenn er hinuntergestoßen werde, nicht imstande sei, einen solchen Lärm zu verursachen, sagte er: »Ach, warum nötigt ihr mich so? begreift ihr denn nicht, daß in dem Kaftan ich gesteckt habe?«

[494.]

EIn Freund ersuchte den Hodscha um ein wenig Geld und um etwas Frist. Der Hodscha antwortete: »Geld kann ich dir nicht geben, aber Frist gebe ich dir, weil du mein Freund bist, soviel du willst.«

[495.]

EInes Tages hatte der Hodscha seinen Esel verloren; als er ihn suchen lief, fragte er die Leute, ob sie ihn gesehn hätten, sagte aber dabei gleichzeitig: »Preis sei dem Herrn!«

Man fragte ihn, warum er Gott preise, und er antwortete: »Ich preise den Herrn, weil ich nicht oben gesessen habe; denn hätte ich oben gesessen, so wären wir unfehlbar alle beide in Verlust geraten.«