Eva.

Du hast deinen Kopf tief über mich gesenkt,
Deinen Kopf mit den goldenen Lenzhaaren,
Und deine Lippen sind von rosiger Sonnenweichheit
Wie die Blüten der Bäume Edens waren.

Und die keimende Liebe ist meine Seele,
O, meine Seele ist das vertriebene Sehnen,
Und du zitterst von Ahnungen
Und weißt nicht, warum deine Träume stöhnen.

Und ich liege schwer auf deinem Leben,
Wie eine tausendstämmige Erinnerung.
Und du bist so blindjung, so adamjung …
Du hast deinen Kopf tief über mich gesenkt.

Mein Volk.

Der Fels wird morsch,
Dem ich entspringe
Und meine Gotteslieder singe …
Jäh stürz' ich vom Weg
Und riesele ganz in mir
Fernab, allein über Klagegestein
Dem Meer zu.

Hab' mich so abgeströmt
Von meines Blutes
Mostvergorenheit.
Und immer, immer noch der Widerhall
In mir,
Wenn schauerlich gen Ost
Das morsche Felsgebein,
Mein Volk,
Zu Gott schreit.

Mein Liebeslied.

Wie ein heimlicher Brunnen
Murmelt mein Blut,
Immer von dir, immer von mir.
Unter dem taumelnden Mond
Tanzen meine nackten, suchenden Träume,
Nachtwandelnde, fiebernde Kinder,
Leise über düstere Hecken.
O, deine Lippen sind sonnig …
Diese Rauschedüfte deiner Lippen …
Und aus blauen Dolden, silberumringt
Lächelst du … du, du.
Immer das schlängelnde Geriesel
Auf meiner Haut
Über die Schultern hinweg –
Ich lausche …
Wie ein heimlicher Brunnen
Murmelt mein Blut …