Ja in der Jugend war ich der starke Junge,
Schleppte die stärksten Helden an meinem Tau;
Aber da wässerte mir die Zunge,
Und da hing ich am Arm einer Ehefrau.
Ich hab' eine schöne Tochter, einen stolzen Sohn.
Die lehnen rechts und links an meinem steilen Thron.
Ich bin in der Höhe der Kaiser.
Aber mein Haar wird stündlich weißer.
Sie lächeln, sie flüstern in der Tiefe in geheimem Ton.
Nun beugt die Nacht …
Nun beugt die Nacht sich singend über mich.
Ich ward erwählter Liebling der Natur.
In einer Barke liegend
Einen blauen Strom hinab durch grüne Landschaft,
Die Sonneseele über mir, Fahnen
Am Ufer, tönt Musik, und Festtagmenschen –
O Seele! volles, volles Leben!
Einem schäumenden Silberwassersturze treib' ich zu.
Stolze Klippen! jubelnd grüßt euch
Das reichste Herz! seid würdig,
Schmettert kühn hinab!
Wann ich von dir gehe …
Wann ich von dir gehe,
Noch schallt die Marmortreppe unter mir,
Verwandelt sich mein Antlitz, meine Haltung –
Werd' ich zum Wurm? – werd' ich zum Engel?
Aus dunklen Wäldern kam ich her zu dir
In die strahlende Marmorstadt.
Küsse mich
In goldenen Strähnen!
Doch in mir sind die dunklen Eibenwälder.
Auf steilem Felsrücken …
Auf steilem Felsrücken hingestreckt mächtig ein Weib,
Ein einzig fühlend Auge der weiße weiche Leib.
Zugepreßt krampfhaft das winzige graue Augenpaar:
Sieghaft droben die Sonne. Die Sonne sieghaft, ruhend klar.
Sie zuckt! bäumt! windet sich! empor! schimmernd in Qual!
Goldene Ströme: es schäumt ihr wild Haar zu Tal.
Und eins – immer eins das weiße Ringen spricht:
Schmerzvoll ist das Licht!