Ich möcht' es kosten …
Ich möcht' es kosten, in seliger Neugier,
Das was man Tod nennt.
Manche lange Nacht
Hab' ich gekostet, was so fremd mir war,
So übermächtig, wie kein Tod es sein kann.
Ich stand oft an jener feinsten Linie
Und war wohl schon mit halber Seele drüben.
Ich hab' das nicht gewollt; es war ein Leiden.
Nur eine Stimmung kräftigte ich mir.
Ein Kinderlächeln meinen Seelewundern.
Am Ende fließen nun die Freudetränen.
Wo bist du, Sehnsucht? – Alles ist Erfüllung.
Schwindsucht.
Aus einer Wallfahrtskirche treten sie,
Drin wundertätig eine Heilige wirkt.
Ein junger Mann und eine blasse Frau.
Sie führen sich an der Hand wie Kinder,
Die scheu verstohlen Zuckerwerk genascht.
Ein müdes Lächeln hißt sich auf Halbmast.
„Nun bin ich bald gesund, du süßer Mann“ …
„Nun bist du bald gesund, mein süßes Weib“ …
Trinkend …
Trinkend hatt' ich erharrt
Deine Gegenwart.
Und nun du eingetreten,
Ist alles schön und stille,
Du und deine feierlichen Reden,
Lächelnd ruht mein Wille.
Du und dein Samt- und Sternekleid.
Ich und meine schaffende Vergangenheit.
Und ich bemerke wein- und glutselig:
Die Krone, die um deine Schläfen blitzt und dämmert,
Hab' ich vor tausend Jahren zurechtgehämmert.